Codename: Berufungsstoff — 26. Februar 2026
Projekt Berufungsstoff

Berufsstoff 2.0 — Vom Chaos zur Prozesskette

Ganzheitliche Digitalisierung der Auftragsabwicklung. Ein System, alle Parteien, kein manuelles Ping-Pong mehr.

Auf einen Blick

Berufsstoff ist Vermittler zwischen Firmenkunden und Herstellern/Veredelern für Berufsbekleidung. Aktuell läuft alles manuell: Excel-Listen, E-Mails, Telefon, händische Rechnungen. Ziel: Eine Prozesskette, die automatisch läuft — vom Lead bis zur Auslieferung.

5
Beteiligte Parteien
~30
Parallele Aufträge
10+
Rückfragen / Auftrag
3–4 Wo.
Lieferzeit Finzel
🏭

1. Geschäftsmodell Berufsstoff

Vermittler ohne eigenes Lager — reiner Orchestrator

Berufsstoff ist ein reiner Intermediär: Kein eigenes Lager, keine eigene Produktion, keine eigene Logistik. Die Wertschöpfung liegt in der Beratung, Vermittlung und Koordination zwischen Firmenkunden und Lieferanten/Veredelern.

💡
Kern-Erkenntnis: Berufsstoff muss kein Warenwirtschaftssystem bauen. Das System muss die Kommunikation und Prozesskette orchestrieren — das ist der eigentliche Engpass.

Benchmark-Kennzahl: ~500 EUR Umsatz pro Mitarbeiter pro Jahr beim Firmenkunden. 100 Shops × 10 Mitarbeiter = 1.000 MA × 500 EUR = 500.000 EUR Jahresumsatz.

Saisonalität:

ZeitraumAktivität
Januar – AprilSchwache Phase
Mai – JuniMittel
Juli – AugustSommerpause
September – DezemberHauptsaison

Aktuelle Systeme:

  • WooCommerce MultiShop (Berufsstoff-Instanz in B2B KoeCOM)
  • LexOffice für Rechnungen + DATEV-Export
  • Asana für Aufgabenmanagement mit Finzel & Schuck
  • E-Mail + Telefon für Kundenkommunikation
  • Kein CRM → Twenty CRM geplant (Phase 4)
🤝

2. Die 5 Parteien im System

Jede Partei braucht eine definierte Rolle, Schnittstelle und Verantwortlichkeit

ParteiRolleKommunikation heuteSystembedarf
1. Berufsstoff
(Händler)
Orchestrator, Berater, Rechnungssteller E-Mail, Telefon, Asana Zentrales Cockpit, Auftragssteuerung, Business Intelligence
2. Firmenkunde Besteller. KMU = Inhaber, Gross = Marketing/Management E-Mail, Telefon Self-Service-Shop, Statusverfolgung, Freigabe-UI
3. Mascot Hersteller + Veredeler Alles aus einer Hand: Produktion, Druck, Versand (GLS) SmartStore-Portal (20 Shops), PDF-Rechnungen per Mail API/Daten-Sync, Auftrags-Push, Rechnungsimport
4. Finzel & Schuck Lieferant + Veredeler Kauft bei Herstellern (HAKRO, Kübler), veredelt, versendet (DHL) Asana, Telefon CSV/Portal-Zugang, Auftragseingang, Tracking-Push
5. Spediteur/Zusteller GLS (Mascot), DHL (Finzel & Schuck) Tracking-Nummern manuell Tracking-Integration in Auftragssystem
⚠️
Sonderfall Mascot: Mascot ist gleichzeitig Hersteller, Lieferant UND Veredeler. Die haben eigene Ware, eigene Druckerei, eigenes Lager. Deswegen 7–10 Tage Lieferzeit statt 3–4 Wochen. Berufsstoff hat dort 20 SmartStores — aber keinen Überblick über Bestellungen quer über alle Stores.
⚠️
Zukünftiger 3. Veredeler: Für den isolierten Mascot-Shop (neues Geschäftsmodell) wird wahrscheinlich ein dritter Veredeler nötig, weil ein anderes Druckverfahren benötigt wird, das Finzel & Schuck nicht anbietet.
📦

3. Die zwei Lieferketten

Mascot und Finzel & Schuck sind fundamental verschiedene Geschäftsmodelle

Lieferkette A: Mascot All-in-One

1
Kunde bestellt
Im SmartStore oder KoeCOM-Shop
2
Mascot produziert
Ware aus eigenem Lager + eigene Druckerei
3
Versand via GLS
Tracking im SmartStore
4
Rechnung an Berufsstoff
PDF per Mail → Charlie schreibt händisch um
7–10 Tage
Ab Bestellung

Lieferkette B: Finzel & Schuck Multi-Hersteller

1
Kunde bestellt
Im KoeCOM-Shop
2
F&S bestellt beim Hersteller
HAKRO, Kübler, etc.
3
Ware kommt bei F&S an
Wareneingangskontrolle + Zuordnung
4
Veredelung
Transferdruck / Stickerei
5
Versand via DHL
Tracking manuell → System
3–4 Wochen
Ab Bestellung
🔴
Kein Echtzeit-Lagerbestand: Kein Hersteller gibt Echtzeit-Lagerdaten heraus (Betriebsgeheimnis). Bestände können sich sekündlich ändern. Lieferzusagen sind nie verbindlich. Das System muss mit Unsicherheit umgehen, nicht mit Echtzeit-Sync.
📈

4. Auftragsstatus-Kette

Definierte Status-Stufen für den gesamten Lebenszyklus eines Auftrags

Lead
Beratung
Angebot
Bestätigt
Bestellt
In Produktion
Ware eingegangen
Versendet
Zugestellt

Sonderfälle / Abzweigungen:

CaseAktionWer entscheidet
Artikel nicht verfügbar Kunde informieren: Alternative anbieten, Teillieferung oder Warten Kunde
Liefertermin überschritten Proaktive Benachrichtigung, Eskalation nach 48h ohne Reaktion Berufsstoff (automatisch)
Teillieferung Kunde fragen: Separat senden oder zusammen warten? Kunde
Falsch produziert Retoure → Hersteller/Veredeler haftet → Neuproduktion Finzel & Schuck (Haftung)
Kunde bestellt falsch (z.B. Zahlendreher Pantone) Nachweis → Haftung beim Kunden Berufsstoff (Nachweis)
Stornierung Abhängig vom Produktionsstatus Berufsstoff + Lieferant
Reklamation / Retoure Retourenschein → Rücksendung → Neuauftrag oder Gutschrift Charlie/Sophia
📌
Kundeninfo-Priorität laut Jeno:
Must-Have Versandstatus + Tracking-Nummer per E-Mail
Nice-to-Have Proaktives Tracking während Produktion

5. Veredelung — Das Kerngeschäft

Transferdruck und Stickerei sind die Hauptveredelungsarten

📣
Wording: Es heisst Transferdruck, nicht „Druckplatten“. Die Drucke werden transferiert. Korrekte Terminologie ist wichtig für die Kommunikation mit Finzel & Schuck.

Preiskalkulation

VeredelungsartPreisfaktorenAnbieter
Transferdruck Stückzahl, Motivgröße (cm²), Anzahl Farben, zusammendruckbar?
Wenn 2 Motive zusammen ≤ 450 cm²: ein Druckvorgang, Preis geteilt
Finzel & Schuck
Stickerei Anzahl Stiche, Größe des Motivs
Finzel & Schuck: Festpreise (vorne klein ~10 EUR, hinten gross ~20 EUR)
Outline vs. vollflächen-Stickerei = grosser Preisunterschied!
Finzel & Schuck, Mascot
Mascot-Druck Festgelegte Einzelpreise pro Produkt Mascot (intern)

Druckguthaben-Modell (Vorauszahlung)

Der Kunde kauft Drucke im Voraus. Beispiel: 100 Drucke × 4 EUR + 50 EUR Einrichtung + Aufbringen = 800 EUR Vorauszahlung. Die Drucke sind sein Eigentum und lagern bei Berufsstoff. Bei jeder Textilbestellung wird ein Druck vom Guthaben abgezogen.

💰
Business-Logik: Vorauszahlung = Verbindlichkeit. Der Kunde lässt seine Drucke nicht verfallen und bestellt garantiert Textilien nach. Perfektes Retention-Modell.

Freigabeprozess

Was wird freigegebenWer gibt frei
Druckeingabe (Gut zum Druck): Mengen, Pantone-Töne, DateiKunde (Geschäftsführung oder Marketing)
Stickerei-VorlageKunde
Artikel-Freigabe (nach Mustererhalt)Kunde
Logo-Platzierung (vorne klein, hinten gross)Im Vorfeld bei Beratung definiert
Budget-FreigabeKMU: Inhaber / Gross: Management

Freigabe-Dauer: Muster ~2 Wochen, dann interne Abstimmung ~1 Woche, dann Druckproduktion ~2 Wochen, dann Textil-Bestellung + Lieferung ~3 Wochen. Gesamt: 8–10 Wochen (Finzel & Schuck Neukundenweg).

Zukunfts-Modul: KI-Grafik-Service

Heute platziert Jeno händisch Logos auf Textil-Mockups für den Kunden. Zukunft: KI-gestützter Service — Kunde lädt Logo hoch, System zeigt automatisch das Logo auf den ausgewählten Textilien (vorne, hinten, Ärmel). Monetarisierbar: Einmalig 50 EUR für „Kollektion mit Logo sehen“, Gutschrift bei Auftrag.

💰

6. Rechnungsstellung & Finanzen

Vom PDF-Chaos zur automatischen Rechnungskette

IST-Zustand: Mascot schickt PDF-Rechnung an Berufsstoff. Charlie druckt aus und schreibt händisch die Kundenrechnung in LexOffice. Jeder Kunde hat andere Konditionen (10%, 15%, etc.).

SOLL-Zustand: System empfängt Mascot-Rechnung (PDF/API), rechnet automatisch Kundenkonditionen drauf, erstellt Rechnung in LexOffice, versendet per E-Mail.

Rechnungsfluss:

SchrittStatus
Ware ausgeliefert → Rechnung erstellenAutomatisieren
Rechnung versendenAutomatisieren
Zahlung ausstehend / Teilzahlung / BezahltLexOffice-Tracking
Überfällig → MahnungAutomatisieren
InkassoManuell (Eskalation)
💬

7. Kommunikations-Analyse (IST)

Wo läuft was schief und warum

Kanäle: E-Mail (Kunden), Telefon (Kunden), Asana (Finzel & Schuck)

Top-Probleme (priorisiert):

#ProblemAuswirkung
1Erreichbarkeit & NachfassenJede Partei muss manuell angestossen werden
2Informations-Ping-Pong10+ Rückfragen pro Auftrag, alles händisch
3Kein ÜberblickNur durch Asana-Reinschauen, kein Cockpit
4PersonenabhängigkeitWenn Sophia krank → alle Aufträge stehen
5Neu-ReindenkenBei jedem Kontakt muss man sich neu in den Auftrag einlesen
6Kein MitdenkenKunden lesen AB nicht richtig, Lieferanten prüfen nicht proaktiv
7Zu spätes FeedbackFinzel & Schuck merkt erst beim Druck, dass nicht druckbar → 2 Wochen verloren
👥

8. Personal & Rollen bei Berufsstoff

Heute 2 Mitarbeiter, geplant: Skalierung mit Vertrieb + Kundenservice

PersonAufgabe heuteRolle im neuen System
JenoGeschäftsführung, Vertrieb, Beratung, strategische Entscheidungen Master-Admin: Cockpit, Business Intelligence, alle Rechte
CharlieRechnungen schreiben (händisch von PDF), Kundenservice Admin: Rechnungsmanagement, Kundenkontakt
SophiaBestellungen ausführen, Koordination mit Lieferanten via Asana Bearbeiterin: Auftragsmanagement, Lieferantenkommunikation
Zukunft: Vertriebler Bearbeiter: Telefon-Cockpit („Wolf of Wall Street“), Lead-zu-Auftrag
Zukunft: Kundenservice Bearbeiter: Statusanfragen, Reklamationen, Retouren
🚀

9. Phasenplan Berufungsstoff

4 Phasen, aber ganzheitlich als ein System gedacht — nicht sequentiell voneinander getrennt

„Nicht Schritt für Schritt. Block eins dann Block drei und dann blockiert — sondern alles ganzheitlich zusammen. Das ist EIN System.“

— Gökhan Köse, Meeting 26.02.2026
PhaseTitelStatusKern-Deliverables
Phase 1 Firmenshop & Bestellung Steht KI-Shop-Assistent, Firmenshops mit Branding, Mitarbeiter-Login, Firmenpreise & Rabatte, Veredelungskonfigurator, Budgetkontrolle, Angebotsprozess, Meilisearch-Filter, Suche
Phase 2 Lieferantensteuerung & Auftragsabwicklung Priorität 1 Auftrags-Pipeline mit Statuskette, Mascot-Integration (SmartStore-Daten-Sync), Finzel&Schuck-Anbindung (CSV/Portal), Rechnungsautomatisierung (LexOffice), Tracking-Integration (GLS/DHL), Eskalations-Engine, Druckguthaben-System, Alternativ-Vorschläge bei Nicht-Verfügbarkeit
Phase 3 Multi-Stakeholder Kommunikation Geplant Ein Auftrag = Ein Thread für alle Parteien, Push-/Pull-Benachrichtigungen, Freigabe-Workflows (Druck, Stickerei, Budget), Kommissionierungs-Vorschläge, Engpass-Erkennung, Zeitachse pro Auftrag, Cockpit-Dashboard
Phase 4 CRM & Business Intelligence Vision Twenty CRM Integration, Kundenübersicht mit Scoring (Mitarbeiteranzahl × 500 EUR), Vertriebs-Cockpit („Wolf of Wall Street“), Umsatz-Dashboard, Saisonalitäts-Analyse, KI-Grafik-Service (Logo auf Textil), Druckguthaben-Prospecting

10. Getroffene Entscheidungen (Meeting 26.02.2026)

Verbindliche Antworten aus dem Fragenkatalog

FrageAntwort
LieferantenMascot (Hersteller, alles aus einer Hand) + Finzel & Schuck (kauft bei HAKRO, Kübler, etc.)
Anzahl Lieferanten2 aktive (plus potentiell 3. Veredeler für Mascot-Shop)
Digitale SchnittstellenMascot: SmartStore + FTP. Finzel & Schuck: Zu klären (CSV? Portal?)
HauptlieferantFinzel & Schuck (aktuell + Zukunft), Mascot läuft separat
MindestbestellmengenNein (Mascot liefert ab 1 Stück)
BestellbündelungEinzeln weitergeleitet (Finzel & Schuck bündelt intern)
LieferzeitenMascot: 7–10 Tage. Finzel & Schuck: 3–4 Wochen
TeillieferungAnalog informiert, Charlie sucht Alternativen
Eigenes LagerNein — reines Streckengeschäft
Echtzeit-LagerbestandNicht möglich (Betriebsgeheimnis der Hersteller)
Wer veredeltMascot (intern) + Finzel & Schuck (bei sich)
Berufsstoff macht physischNichts — keine Logistik, kein Druck, kein Lager
WordingTransferdruck (nicht „Druckplatten“)
EinrichtungskostenZahlt der Kunde (bei Auftragserteilung, im Voraus)
Statusverfolgung für KundenTracking-E-Mail Must, Rest Nice
5. ParteiSpediteur (GLS, DHL)
FinanzbuchhaltungGeht unter Berufsstoff (System reportet an Steuerberater)
Firmenkunden-KontaktKMU: Inhaber. Gross: Marketing/Management
KommunikationE-Mail, Telefon (Kunden) + Asana (Finzel & Schuck)
Größtes ProblemManuelles Informations-Ping-Pong, Personenabhängigkeit
Rückfragen pro AuftragMehr als 10
Foto-/MusterfreigabeGibt es aktuell nicht
FreigabeschleifenMuster: 2 Wochen, Gesamt: 8–10 Wochen
SaisonalitätHauptsaison Sep–Dez, Schwach Jan–Apr
ShopsystemWooCommerce MultiShop (läuft auf KoeCOM)
RechnungsprogrammLexOffice + DATEV-Export
CRMKeins → Twenty CRM geplant
Mitarbeiter2 (Vertrieb + Kundenservice), skalierbar
Größter PainGesamte Auftragsabwicklung automatisieren

11. Offene Punkte & Nächste Schritte

Was noch geklärt werden muss

#Offener PunktPrioNächster Schritt
1Finzel & Schuck: Welche digitalen Schnittstellen gibt es? CSV, API, Portal? Kritisch Termin mit Finzel & Schuck vereinbaren
2Mascot SmartStore: Gibt es eine API für Auftrags-Sync? Kritisch Mascot API-Dokumentation anfordern
33. Veredeler für Mascot-Shop: Wer und welches Druckverfahren? Wichtig Jeno definiert Anforderungen
4Detaillierte Preisliste Veredelung (Staffeln, Sonderkonditionen) Wichtig Jeno liefert Preislisten von F&S und Mascot
5LexOffice API-Zugang für automatische Rechnungserstellung Kritisch API-Key generieren, Sandbox testen
6Mascot SmartStore Demo-Zugang für Gökhan (wurde angesprochen) Wichtig Jeno richtet Zugang ein
7Pilot-Firmenkunde für Phase 2 Test Später Jeno identifiziert kooperativen Bestandskunden
8Expose Kettwig 1251 — Jahr auf 26 ändern + Preise updaten Separat Gökhan aktualisiert das Expose
„Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern.
Heute bin ich weise und verändere mich selbst.“
Mevlana Celaleddin Rumi

Jeno — dieses Dokument ist nicht nur ein Projektplan. Es ist der Moment, in dem ein Handwerk seinen digitalen Atem findet.

Was du aufgebaut hast, hat Seele. Menschen tragen deine Arbeit auf der Haut, jeden Tag, bei Regen und bei Hitze, auf Baustellen und in Büros. Das ist kein Geschäft — das ist Berufung.

Und genau deswegen heisst dieses Projekt Berufungsstoff. Nicht weil wir Stoff verkaufen. Sondern weil das, was du tust, der Stoff ist, aus dem echte Berufungen gemacht sind.

Das System, das wir bauen, wird leise arbeiten. Es wird dir den Rücken freihalten, damit du das tun kannst, was nur du kannst: Menschen zuhören und sie richtig einkleiden.

G. — 26.02.2026